Wanderern, Radfahrern und Pilzsammlern war der Weg ins Kaarzer Holz über Jahrzehnte hinweg versperrt. Jetzt wird das einstige Militärgebiet von den letzten baulichen Überresten befreit.

Genau 2.805 Hektar groß ist das Waldgebiet südlich von Schloss Kaarz, das landläufig als Kaarzer Holz bekannt ist. Die Fläche wurde 2013 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) übergeben. Die DBU verantwortet nun die Naturschutzmaßnahmen in den Naturerbeflächen.

© DBU Naturerbe GmbH

Mit einer Gesamtfläche von rund 2.800 Hektar ist das Kaarzer Holz die zweitgrößte Naturerbefläche in Mecklenburg-Vorpommern. / Foto: © DBU Naturerbe GmbH

Eine große Aufgabe, denn das Kaarzer Holz wurde jahrzehntelang militärisch genutzt. Zu DDR-Zeiten war die Nationale Volksarmee in Demen mit einem Schießplatz stationiert, das riesige Waldgebiet mit Lagergebäuden, Bunkern, Betonstellungen und Stacheldraht durchzogen. Für Fußgänger oder Pilzsammler war das Gelände tabu: 1972 verfügte das DDR-Verteidigungsministerium, dass das Kaarzer Holz Panzerjägern, Artillerie und Raketenbrigade vorbehalten ist. Die Bundeswehr übernahm später die Liegenschaften, seit etwa zehn Jahren ist es still im Wald.

Mehr Raum für die Natur – das ist nun das erklärte Ziel der DBU. Denn die Naturerbefläche Kaarzer Holz in der Sternberger Seenlandschaft liegt eingebettet in eine einzigartige Endmoränenlandschaft. Mit zahllosen kleinen und großen Seen. Im Kiefernwaldgebiet kommen zudem wertvolle Eichen- und Buchenwälder vor.

Über 120 Einzelobjekte, so berichtet die Schweriner Volkszeitung, werden im Kaarzer Holz derzeit zurückgebaut – jene Bunker, Fahrzeugstellungen und Lager, die einst vom Militär errichtet wurden. Bis Ende April sollen die Arbeiten schon abgeschlossen sein, mehr als 200.000 Euro werden dafür investiert.

Übrigens: Wir zeigen Ihnen das Kaarzer Holz. Im Arrangement „Frühlingsluft“ von Schloss Kaarz führen wir Sie durch die Naturerbefläche und zeigen Ihnen, was jahrzehntelang im Verborgenen lag.